Rezension „Die erste Wahrheit“ von Dawn Cook

Die erste Wahrheit

Dawn Cook

Inhalt

Alissa glaubt nicht an Magie. Und schon gar nicht an die Märchen ihres verstorbenen Vaters von jener sagenhaften Feste in den Bergen, in der einst angeblich Drachen und mächtige Zauberer gewirkt haben. Als sie jedoch eine ungewöhnliche Rastlosigkeit packt, wird sie von ihrer Mutter kurz vor dem Wintereinbruch in die Berge geschickt, denn diese ahnt schon. Die Feste ruft nach ihrer Tochter, und wie bei ihrem einstigen Mann wird sich der Drang Alissas, diese Feste zu erreichen, nicht von alleine geben.
Nur ihr Falke „Kralle“ begleitet sie in den ersten Tagen der gefährlichen Reise. Alissa stammt aus dem Hochland, aber da ihre Mutter eine Tiefländerin ist und Alissa somit ein „Mischling“, wird sie üblicherweise von beiden Seiten gemieden. Zwischen Hoch- und Tiefländern besteht generell eine scheinbar unüberwindbare Differenz, denn während erstere durch fruchtbare Erde Unmengen an Nahrungsmitteln besitzen, müssen letztere ihre Handwerksprodukte auf dem Markt verkaufen – die einzige gelegenheit, bei der Hoch- und Tiefländer aufeinandertreffen. Auf dem Weg zur Feste trifft Alissa auf den Tiefländer Strell, der sie aus einer gefährlichen Lage befreit. Sie necken und streiten sich, erleben einige Seltsamkeiten auf ihrem Weg und trotzen gemeinsam dem Hunger und der zunehmenden Kälte.
Als sie auf der Feste ankommen, die laut Geschichten so prachtvoll und lebhaft sein soll, steht diese bis auf den Bewohner Bailic leer.
Es beginnt ein spannendes Abenteuer, als Alissa ihre Magie entdeckt, dem Geheimnis von Bailic auf die Schliche kommt und von „Nutzlos“ heimgesucht wird, der ihr scheinbar unter die Arme greifen möchte.

Meinung:

Es ist erstaunlich, wie ein Buch mit so wenig Charakteren und ohne Action so spannend sein, was nicht zuletzt an dem großartigen Erzählstil der Autorin liegt, auch wenn er etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dawn Cook beschreibt die Welt um Alissa sehr bildlich. Das Land ist frei erfunden, doch mit der Zeit lernt man die Sitten und Gebräuche der Einwohner kennen, die ein bisschen an Hinterwäldler erinnern. Handys, Computer, Autos? No, hier wird noch aus Tonschalen gegessen und davon gelebt, was die Natur zu bieten hat. Erotik? Um Gottes Willen, hier sind nackte Füße schon ein Skandal!
Auch die Sprache der Einwohner ist anfangs etwas seltsam und man muss sich erst daran gewöhnen, dass „Asche“ einem Fluchwort gleichkommt. Doch all das macht das Buch in meinen Augen erstrecht zu etwas Besonderem. Die vier Hauptcharaktere Alissa, Strell, Bailic und Nutzlos (ein bisschen auch der Falke „Kralle“) sind absolut genial ausgesucht. Besonders die freundschaftliche Beziehung zwischen Alissa und Strell baut sich nach und nach durch streiten und necken auf und führt später zu mehr Gefühlen. Sehr schön finde ich auch, dass die beiden sich super ergänzen und Alissa eben nicht nur lieb und nett und perfekt ist, sondern ab und an auch naiv und egoistisch. Strells Reaktionen darauf sind teilweise sehr amüsant und ich musste öfter einmal schmunzeln.
Auch wenn der Anfang des Buches den Einstieg etwas schwer macht, so lohnt es sich doch, am Ball zu bleiben. Die sympatischen Charaktere lassen einen weiter und weiter lesen, erfüllen die Seiten mit Witz und Spannung, auch wenn der große Knall fehlt. Nichts desto trotz ist es eine mitreißende Geschichte, die mich nach dem Ende sofort zu den restlichen Büchern der Tetralogie hat greifen lassen. So viel kann ich euch verraten: „Die erste Wahrheit“ ist nur der Einstieg in eine wunderbare Welt voller Magie und Drachen, mit der Zeit kommen weitere, spannende Charaktere dazu und auch bedeutend mehr Action. Eine sehr gelungene Buchreihe.

 

 

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