Rezension „Das Lied von Eis und Feuer (1)“ von George R. R. Martin

Ich veröffentliche selten, eigentlich fast nie Rezensionen, bevor ich ein Buch fertig gelesen habe. Aber heute möchte ich eine Ausnahme machen, denn selbst wenn das Ende noch schlecht wird (was ich definitiv nicht glaube), ist das Werk in Schulnoten gesehen trotzdem eine 1+ mit Sternchen wert! Einige von euch haben es sicher schon gelesen oder die Serie dazu gesehen, allen anderen kann ich es nur empfehlen. Ich spreche natürlich von:

„Das Lied von Eis und Feuer (01)“ von George R.R. Martin

Inhalt

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, zählt in Westeros zu den Wächtern des Nordens. Als er auf einem Ritt mit seinen Söhnen ein paar verwaiste Schattenwolfwelpen findet, scheint es, als habe das Schicksal seinen Kindern ein paar Aufpasser geschenkt, die sie durch die bevorstehenden Probleme geleiten sollen.

Eddard liebt sein kühles, ruhiges Reich und auch seine Familie, bis das Schicksal den Clan an verschiedene Orte des Landes verteilt. Der Sommer, der sich über mehrere Jahre gehalten hat, neigt sich dem Ende entgegen und mit dem herannahenden Winter sehen sich die Starks immer mehr Problemen gegenüberstehen. Eddard wird in den Süden zitiert, um am Hof des Königs als dessen rechte Hand und Vertrauter zu dienen.

Als er das Angebot ablehnen will, erhält er eine geheime Nachricht: Der Wächter des Ostens Jon Arryn, Lord Starks Vorgänger und ehemaliger Vertrauter des Königs Robert Baratheon, ist keineswegs einen normalen Tod gestorben. Der König, ein ehemaliger Freund Eddards, schwebt in höchster Gefahr. Eddard nimmt das Angebot an und sieht sich in der Folge zahlreichen Intrigen und politischen Ränken gegenüber. Was haben die intriganten Lennisters, also die Frau des Königs und ihre Geschwister damit zu tun? Während des Besuchs des Königs in Winterfell wird auch sein Sohn Brandon Stark, eigentlich noch ein Kind, Zeuge einer bitteren Wahrheit und muss schwer dafür büßen, zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein. Als Eddards ältester Sohn das Kommando in Winterfell übernimmt, muss durch einen Zwischenfall auch Eddards Frau die schwere Reise nach Königsmund auf sich nehmen. Währenddessen entscheidet sich Jon Schnee, Lord Starks Bastard, mehr oder weniger freiwillig die Reise an die gigantische Mauer im Norden anzutreten, um sich der Nachtwache anzuschließen und das Reich vor den „Anderen“ zu schützen.

Doch auch jenseits des Königreiches brodelt es, denn hinter dem Meer im Osten wartet der Erbe des Hauses Targaryen darauf, mit Hilfe der Dothraki seinen Königsstuhl zurück zu erobern.

Meinung

Zunächst einmal ist es ein Buch, dass meine beiden Lieblings-Kategorien abdeckt: Fantasy und (im weitesten Sinne) auch historische Romane, denn es spielt in einer frei erfundenen, mittelalterlich wirkenden Welt. Ich ziehe den Hut vor dem Autor, denn ein so komplexes Buch zu schreiben erfordert höchste Professionalität! Der Leser wird in die Geschichte förmlich hineingeworfen und erst einmal ist es schwierig, den Durchblick bei den zahlreichen Charakteren und Schauplätzen zu behalten. Ich habe des Öfteren die abgebildete Karte, die das gesamte erfundene Königreich abbildet, und auch die Personenliste zu Rate gezogen.

Es wird aus der Sicht verschiedener Personen erzählt, die zwar alle ihre eigene Geschichte haben, aber trotzdem miteinander verwoben sind. Ich habe nicht eine einzige Stelle gefunden, die mich gelangweilt hat oder bei der ich das Buch aus der Hand legen konnte! Jedes Kapitel endet an einer äußerst spannenden Stelle, so dass man eigentlich enttäuscht ist und mehr lesen möchte. Die Folge davon: man liest das nächste Kapitel, dass wieder von einer anderen Person erzählt, um schnellst möglich wieder zu vorheriger Person zu gelangen. Doch siehe da, schon ist man in dem nächsten, hochspannenden Abschnitt gelandet.

Einer meiner Lieblingsschauplätze ist die „Mauer“. Der Autor beschreibt die Kälte, die Einsamkeit und die wenigen Personen, die das „Schwarz“ angelegt haben, so treffend und bildlich, dass ich beim Lesen förmlich mitgefroren und gezittert habe. Es ist der wohl  eindrucksvollste Ort des Buches, besonders der Wald mit seinen geheimnisvollen Gefahren, von denen man eigentlich keine Ahnung hat, was genau sie sind. Man weiß nur ganz genau: Dort lauert etwas! Es ist verdammt gefährlich! Und man wird es irgendwann erfahren, was es ist! Die Spannung steigert sich mit jeder Seite.

Aber auch in die anderen Orte und Charaktere kann man sich leicht hineinfinden, der Autor beschreibt ein ganzes Land, verschiedene Klimata, Sitten und Kulturen, Adel und Fußvolk, Geheimnisse und Intrigen bei Hofe, Helden und Schurken, Frieden und bevorstehende Kriege. Zeitweise ist es brutal, auch nackte Haut und Sex ist kein Tabu, die Sprache ab und an sehr forsch. Doch seien wir ehrlich: zu der Zeit, in die ich das Buch einordnen würde, gab es einen Knicke genauso wenig wie ein Auto oder Laptops. Mit anderen Worten: Der Autor hat eine sehr treffende Erzählweise. Jeder einzelne Charakter ist perfekt ausgesucht. Nicht selten hat plötzlich ein Bösewicht, dessen Taten man verabscheut, eine traurige Vergangenheit oder Gründe, mit denen man nicht gerechnet hat. Schon wandelt sich die Abneigung in Mitleid. Für gewisse Figuren, wie in meinem Fall Eddard, Arya und auch Jon der Bastard, entwickelt man von Anfang an Sympathie. Ich könnte stundenlang weiter schwärmen, doch ich bin mir sicher, ihr werdet schon nach den ersten Seiten genau wissen, was ich meine….

 

 

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