Petra Schier „Der Hexenschöffe“

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Titel: Der Hexenschöffe

Autorin: Petra Schier

Erscheinungsdatum: 1. Oktober 2014

Wo erhältlich:

Als Taschenbuch überall im stationären Buchhandel sowie Taschenbuch und eBook (Kindle und epub) in allen bekannten Online-Shops.

Als ungekürztes Hörbuch (mp3-CD sowie Download) im stationären Buchhandel sowie in den bekannten Online-Shops.

Geschätzte Seitenanzahl:  504 Seiten

 

 

Hallo Petra!

Erzähle uns doch erst einmal ein bisschen über dich:

Sehr gerne! Hier ist meine offizielle Vita:

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Autorin.
Ihre erfolgreichen historischen Krimis um die gewitzte und scharfzüngige Apothekerin Adelina sowie alle weiteren historischen Romane aus ihrer Feder erscheinen derzeit im Rowohlt Taschenbuch Verlag (rororo), ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.

Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin zurzeit verlagsunabhängig  und erfolgreich verschiedene Buchserien.

Sie ist Mitglied bei DeLiA, HOMER und im Syndikat. Zudem ist sie die Vorsitzende der Jury des DeLiA-Literaturpreises und damit Mitglied des Vorstands.

Internetseiten:

 Autorenhomepage Petra Schier:    http://www.petra-schier.de

Autorenhomepage Mila Roth:        http://www.mila-roth.de

 soziale Netzwerke:

Facebook Petra Schier:          http://www.facebook.com/PetraSchier

Facebook Mila Roth:             http://www.facebook.com/MilaRoth

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YouTube:                                http://www.youtube.com/user/Petralit

Pinterest:                                http://www.pinterest.com/petraschier

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Wir würden gerne mehr über dein Werk erfahren. Um was genau geht es denn?

In „Der Hexenschöffe“ geht es um eine wahre Geschichte aus der Zeit der Hexenverfolgung. Hermann Löher, der im Jahr 1631 jüngster Schöffe in der kleinen Stadt Rheinbach wird, muss zahlreiche Todesurteile mittragen, obgleich er nicht an die Rechtmäßigkeit der Hexenprozesse glaubt. Sich gegen die Hexenrichter zu wenden, ist fatal, und Löher hat Angst um seine Frau und die acht Kinder. Doch als die Verhaftungswelle auch auf Freunde übergreift, schweigt er nicht länger. Und schon bald beginnt für ihn und seine Frau ein Kampf gegen Mächte, die weit schlimmer sind als das, was man den Hexen vorwirft …

 

Die Hintergründe zu diesem Roman habe ich schon seit vielen Jahren recherchiert, und bis zum Erscheinungstermin (und auch noch ein bisschen darüber hinaus) veröffentliche ich in meinem Blog in einem umfangreichen Making-of  nach und nach viele Details zur Geschichte und Hintergrundinformationen zur Entstehung des Buches inklusive Textschnipseln und Outtakes: http://blogpost.petra-schier.de/category/schreibstube/makingof/

 

Wieso gerade historische Romane und nicht zeitgenössische? Was fasziniert dich so an vergangenen Jahrhunderten?

Ich schreibe ja nicht ausschließlich historische Romane, sondern auch romantische Weihnachtsromane, Krimis, Liebesromane, Thriller …

Einige dieser Bücher erscheinen zudem unter meinem Pseudonym Mila Roth. Ich möchte mich ungern auf nur ein Genre festlegen, das würde mich viel zu sehr einengen.

Historische Romane liebe ich seit meiner Teenagerzeit. Damals (Mitte der 1990er Jahre) entdeckte ich den historischen Roman als spannenden Lesestoff für mich. Ein Faible fürs Schreiben hatte ich schon immer, und es dauerte nicht lange, bis ich durch die Lektüre historischer Romane Ideen für eigene Buchprojekte entwickelte.

Das schreiberische Reisen in vergangene Epochen ist spannend, lehrreich und schärft das Auge für die Gegenwart. Wir sind alle ein Produkt unserer Geschichte, und sich in vergangene Zeiten hineinzuversetzen, kann den Blick dafür schärfen, wie sehr sich die Außenwelt über die Epochen verändert hat und wie wenig im Gegenzug die Motive, Gefühle, Handlungsweisen der Menschen.

 

Wir würden gerne etwas mehr über die Charaktere erfahren, die du geschaffen hast. Gibt es besondere Eigenschaften, die deine Protagonisten auszeichnen?

 

Die meisten meiner historischen Romane zeichnen sich durch starke Frauengestalten aus, die scheinbar in vielen Bereichen ihrer Zeit voraus waren. Scheinbar schreibe ich, weil vieles, was sich in meinen Romanen ereignet, zwar modern anmuten mag, aber durchaus auch schon zum Beispiel im Mittelalter denkbar war. Tatsächlich hatten nämlich gerade Frauen im 12. bis 15. Jahrhundert deutlich mehr Rechte, wenn es um die Ausübung eines Berufs, das Führen eines Geschäfts und eines Handwerksbetriebs ging, als das im 18. oder 19. Jahrhundert der Fall war. Auch wenn uns selbst im heutigen Geschichtsunterricht immer noch häufig suggeriert (und durch Textstellen diverser Denker der jeweiligen Epoche belegt) wird, dass Frauen im Mittelalter immer schweigsam waren (bzw. zu sein hatten) und keine Rechte hatten, so halte ich mit diversen Rechercheergebnissen dagegen, die belegen, dass Frauen sehr wohl häufig selbst ihre Rechte vertraten und keineswegs immer den Mund hielten. Vor allem in den Städten gab es viele Frauen, die Handwerke ausübten, Geschäftsfrauen waren, ausbildeten (wenn auch nur Mädchen) und sich auch selbst vor Gericht vertraten. Frauen hüteten und regierten auch Burgen und Ländereien, wenn ihre Männer in den Krieg zogen. Und wer sonst als die Ehefrau verwaltete wohl Gut und Geschäft, wenn der Mann unterwegs war, um Handel zu treiben?

Aufzeichnungen aus städtischen Gerichtsbüchern, Urkunden, Protokollen usw. belegen außerdem, dass Frauen immer wieder ihre Rechte selbst einklagten. Auch wiederholen sich die öffentlichen Apelle (von Stadträten, Gerichten, Theologen, Priestern usw.), Frauen mögen sich doch in der Öffentlichkeit nicht lautstark zu Wort melden oder gar streiten. Müsste man sie dazu auffordern, wenn sie sich an diese Gebote gehalten hätten? Trotzdem oder gerade deswegen sind meine Romanfiguren immer Kinder ihrer Zeit.

Der Unterschied zu meinen bisherigen historischen Romanen besteht bei „Der Hexenschöffe“ darin, dass es sich nicht um eine fiktive, sondern um eine wahre Geschichte handelt. Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Roman verfasst, dessen Figuren man sich als Autorin vollständig ausgedacht und vielleicht bestenfalls an historischen Persönlichkeiten angelehnt hat oder mit diesen zusammentreffen lässt. Oder ob man sich daran wagt, die Geschichte aus der Sicht von Menschen zu erzählen, die wirklich einmal gelebt haben. Dazu bedarf es nämlich nicht nur weit mehr Recherche, bis man wenigstens in etwa einschätzen kann, um was für Menschen es sich gehandelt hat, wie sie gelebt und gehandelt haben. Vielmehr muss man ein hohes Maß an Empathie aufbringen, versuchen, sich in diese Personen hineinzuversetzen. Wie haben sie gedacht und gefühlt, wie kann ihr Leben, ihre Entscheidungen, ihre Gedanken- und Gefühlswelt nachvollziehbar zu Papier gebracht werden?

Wenn man sich Figuren ausdenkt, muss man ebenfalls Empathie aufbringen, und ich will nicht behaupten, dass das immer einfach ist. Aber man kann dennoch die Figuren, zumindest bis zu einem gewissen Grad, nach eigenem Willen formen. Der nächste Schritt ist dann abzuwarten, dass diese Figuren sich beim Schreiben verselbständigen, lebendig werden, möglicherweise eigene, überraschende Entscheidungen treffen.
Schreibt man aber über reale Personen, kann man nicht darauf warten, dass sie selbstständig die Geschichte übernehmen und möglicherweise verändern. Vielmehr schaut man dem Moment entgegen, ab dem man das Gefühl hat, sie nun wirklich zu kennen, zu verstehen, weshalb sie sich zu ihren Lebzeiten für einen bestimmten Weg entschieden haben. So, wie sich fiktive Figuren erst beim Schreiben allmählich entfalten, lernt man reale Figuren auch erst im Laufe der Geschichte so richtig kennen.

Hermann Löher war in meinen Augen ein unglaublich mutiger Mann, auch wenn er lange Zeit das Unwesen der Hexenprozesse schweigend verfolgt und die Urteile mitgetragen hat. Er steckte in einer grausamen Zwickmühle, denn wenn er zu lautstark protestiert hätte, wäre es ihm mit Sicherheit ebenso ergangen wie den übrigen Opfern. Er hatte eine große Familie, die er sehr liebte. Durfte er überhaupt riskieren, selbst angeklagt zu werden? Und hätte es überhaupt etwas gebracht?

Dennoch hat er im Rahmen seiner Möglichkeiten immer wieder protestiert, und im Alter von über 80 Jahren schrieb er dann, getrieben von Schuldgefühlen und den schlimmen Erinnerungen, eine Klageschrift, in der er all seine Erlebnisse und Erkenntnisse auf über 600 Seiten zusammenfasste. Er wollte mit dieser “ Hochnötigen Unterthanigen Wemütigen Klage der Frommen Unschültigen“ nicht nur den Menschen die Augen öffnen, sondern vor allem der Obrigkeit und den Gelehrten, an die sich das Buch richtete, klarmachen, dass ein Unrecht wie die Zaubereiprozesse niemals wieder stattfinden dürfe.

 

Sind weitere Werke in dieser Richtung geplant?

Über die Hexenprozesse werde ich in naher Zukunft nichts mehr schreiben. Die Geschichte Hermann Löhers begleitet mich schon seit Jahrzehnten, und es war mir eine Herzensangelegenheit, diesem Mann einen Roman zu widmen. Allerdings hat mir die Arbeit an diesem Buch nicht nur hinsichtlich der Recherche, sondern auch emotional sehr viel abverlangt. Eine solche Erfahrung möchte man nicht so häufig wiederholen.

„Der Hexenschöffe“ wird bereits mein 12. historischer Roman sein, den ich bei Rowohlt veröffentliche, und ganz sicher bleibt er nicht der letzte.  Im Herbst 2015 wird zum Beispiel der 3. Teil meiner Kreuz-Trilogie (Bd. 1 „Die Eifelgräfin“, Bd. 2 „Die Gewürzhändlerin“) erscheinen. Das Buch trägt den Titel „Die Bastardtochter“. Ein Jahr darauf folgt dann der sechste und letzte Teil meiner Adelina-Reihe: „Vergeltung im Münzhaus“. Und auch für das Jahr danach ist bereits ein Buch in Planung. Da in diesem Fall aber gerade die Vertragsverhandlungen laufen, darf ich darüber noch nichts verraten.

Außerdem schreibe ich natürlich weiterhin unter dem Pseudonym Mila Roth weiter an meinen zeitgenössischen Buchserien. Da finden sich Krimis, Thriller und evtl. demnächst auch eine Reihe von Liebesromanen.

 

Einen historischen Roman zu schreiben, bedarf sicher allerhand Recherche. Verrätst du uns, wie lange du daran geschrieben hast?

Die reine Schreibzeit bei „Der Hexenschöffe“ betrug etwa 7 Monate. Die Recherche hat sich allerdings, wie oben schon erwähnt, über Jahre hingezogen, weil das Thema so komplex ist. Außerdem ist das 17. Jahrhundert nicht gerade meine Spezialität. Im 14. und 15. Jahrhundert kenne ich mich weit besser aus. Es geht ja nicht nur darum, historische Fakten nachzulesen, sondern man muss sich vollständig in die Lebens- Denk- und Gefühlswelt der Menschen einer Epoche hineinversetzen.

Es hängt auch immer davon ab, ob man einen Einzelroman verfasst oder eine Serie bzw. Reihe. Bei letzteren ist der Aufwand beim ersten Band vergleichsweise hoch, bei Folgebänden muss man meistens das Setting  und die Hauptfiguren nicht mehr so ausführlich recherchieren, weil beides ja bereits besteht.

Im groben Schnitt kann man 3-6 Monate Recherche und 6 Monate Schreibzeit rechnen, also rund ein Jahr pro Buch. Allerdings schreibe ich während dieser Zeit meistens auch noch an anderen Manuskripten und recherchiere schon wieder für neue Projekte. Da geht eines ins andere über.

 

Vielen Dank für deine Buchvorstellung und weiterhin viel Erfolg!

Vielen lieben Dank für die Gelegenheit, meinen neuen historischen Roman so ausführlich vorstellen zu dürfen, und einen herzlichen Gruß an die Leser deines Blogs!

***************

Bibliografische Angaben zum Buch:

Der Hexenschöffe
Historischer Roman
Petra Schier

Rowohlt-Taschenbuch, ca. 480 Seiten, ISBN 978-3-499-26800-7
9.99 Euro

Wird auch als eBook (Kindle und epub) sowie als ungekürztes Hörbuch erscheinen.

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