Rezension „Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten“ von Kerstin Gier

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16-jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert.

Inhalt

Eigentlich ist Gwendolyn eine relativ normale 16-jährige aus London: Sie geht in die 10. Klasse der Saint Lennox High School und ihre Noten sind relativ gut. Sie hat eine beste Freundin namens Leslie und eine sehr nervige Verwandtschaft samt eingebildeter Cousine.

Ihre Familie hat aber ein Geheimnis: Ihre Cousine Charlotte ist eine Zeitreisende. Jedenfalls sind sich da alle sicher. Schon seit frühester Kindheit wurde sie darauf vorbereitet, durch die Zeit zu reisen. Nun scheint es jeden Augenblick so weit zu sein, dass Charlotte zum ersten Mal in die Vergangenheit reist. Doch plötzlich findet sich Gwendolyn statt Charlotte im London um die letzte Jahrhundertwende wieder.

Als wäre die Verwirrung allein für Gwendolyn nicht schon groß genug, sind Charlotte und deren Mutter Glenda natürlich empört und der Meinung, Gwen wolle sich nur wichtig machen.

Es stellt sich heraus, dass Gwendolyn nicht, wie angenommen, einen Tag nach Charlotte Geburtstag hat, sondern am gleichen Geburtstermin, der schon vor Jahrhunderten für die Zeitreisende ausgerechneten wurde.

Nun ist das Chaos natürlich perfekt: Gwendolyn kann weder reiten, noch fechten und kennt sich kein bisschen mit dem angemessenen Verhalten in der jeweiligen Zeit aus. Zudem sind diese „Wächter“ der dubiosen „Loge des Grafen von Saint Germain“ alle sehr geheimnisvoll und keiner scheint ihr zu trauen. Gwen ist klar, dass sie keinen von ihnen besonders leiden kann – vor allem nicht Gideon de Villiers, den männlichen Zeitreisenden ihres Alters.

Doch dann verliebt sie sich in ihn…

Quelle

Meinung:

Dieses Buch hat mich sehr fasziniert und die letzte Seite kam für meinen Geschmack viel zu schnell (Gott sei Dank gibt es zwei weitere Teile). Erst einmal möchte ich auf die Charaktere zu sprechen kommen. Gwendolyn und Leslie fliegen natürlich von Anfang an alle Herzen zu – sie sind nett, sympatisch und humorvoll, wenn auch leicht kindisch. Gemeinsam bestehen sie das Abenteuer, in das Gwendolyn hinein katapultiert wird und gehen zusammen durch dick und dünn. Leslie steht ihrer Freundin dabei stets zur Seite und gibt ihr Halt – eine Freundschaft, wie sie besser nicht sein kann. Gideon ist eher ein Fall für sich, doch kann man seine Handlungen sehr gut nachvollziehen und auch sein Charakter ist sehr anziehend. Es ist sehr spannend, wie er im Laufe der Trilogie zu sich selbst und auch zu Gwen findet – wobei er zwischen arrogant und überheblich zu nett und hilfsbereit wechselt. Ab und zu hat man das Gefühl, er wisse selbst nicht recht, wie er sich verhalten soll. Dennoch hat auch er meine Sympathie gewonnen.
Charlotte und ihre Mutter dagegen sind nervig und gemein, besonders Gwendolyn gegenüber, wobei man jedoch wenigstens von Charlotte noch die Beweggründe verstehen kann. Auch der Graf von Saint Germain stellt den perfekten Bösewicht dar. Im Laufe der Trilogie erscheinen noch zahlreiche, weitere Charaktere, die allesamt ein eigenes und faszinierendes Wesen haben.

Ich war anfangs skeptisch, als ich das Thema Zeitreise las und habe das Werk lange nicht angerührt. Irgendwann kam ich zu dem Entschluss, es doch einmal zu versuchen. Schon nach wenigen Seiten war es um mich geschehen. Die Autorin hat einen wundervollen Schreibstil, der einen (was in meinen Augen sehr wichtig ist) tief in die Welt von Gwendolyn eintauchen lässt. Man kann ihre Handlungen nachvollziehen, sich in sie hineinversetzen und von den Gefühlen mitreißen lassen, die die Autorin schafft. Sie gibt ihren Büchern das gewisse Etwas, dass es verhindert, das Buch freiwillig aus der Hand legen zu wollen, bevor auch nur die letzte Seite gelesen ist. Ich habe mir eine ganze Nacht lang damit um die Ohren geschlagen.
Die Trilogie ist sehr spannend und humorvoll, wofür es noch einen extra Pluspunkt gibt – ich konnte des Öfteren über Gwens trockenen Humor und ihre Tollpatschigkeit lächeln. Für alle Fantasybegeisterten: Ich kann es euch nur empfehlen!

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