Rezension „Der Kuss des Dämons“ von Lynn Raven

Durch viele Empfehlungen habe ich mich in der letzten Woche dafür entschieden, mir „Der Kuss des Dämons“ von Lynn Raven als Taschenbuch zu besorgen (leider gibt es keine Kindle-Version).

kuss_d_daemons_cover_w185

Inhalt:

Der Vampir-Bestseller Es ist Liebe auf den zweiten Blick – doch nie im Leben hätte Dawn für möglich gehalten, dass ihre Gefühle ausgerechnet von einem Geschöpf der Nacht erwidert werden: von Julien, dem unnahbar Coolen, aber auch unheimlich schönen Neuen an der High School. Er hat einen blutigen Auftrag, in den Dawn tiefer verwickelt ist, als sie ahnt.

Meinung:

Ich bin von Anfang an sehr gut in das Buch hinein gekommen, der Schreibstil ist sehr flüssig und bildlich – eines der Bücher, bei denen man abschalten und gänzlich darin versinken kann.
Inhaltlich fand ich es anfangs nicht ganz so gut, da es mich stark an Twilight erinnert hat. Es gibt sehr viele Parallelen, sie lernt den Vampir in der Schule kennen, er ist abweisend und arrogant, er bewahrt sie vor Schwierigkeiten und rettet ihr Leben (mehrmals), sie kommen sich näher, sie recherchiert im Internet über Vampire und lüftet sein Geheimnis… Sehr nervig war auch dieses ständige On-Off ihrer Beziehung. An einigen Stellen ist das Buch zudem sehr vorhersehbar.

Trotzdem wird man auf unerklärliche Weise gefesselt und so habe ich schon am ersten Abend fast die Hälfte durchgelesen. Und siehe da – plötzlich die Wendung. Auf einmal hat es doch noch eine eigene Handlung entwickelt und die hat es in sich. Plötzlich wird die heile Welt von Dawn und Julien auf den Kopf gestellt, und ich war sehr überrascht, welche Stärken die beiden (insbesondere Dawn) plötzlich an den Tag legen. Es wird spannend, dramatisch und aufregend! Mit den Lamia, einer vampirähnlichen Art gibt es sogar etwas Neues.

Dawn und Julien sind jeder auf eigene Weise sehr sympatische Charaktere, die sich stark voneinander unterscheiden und trotzdem perfekt miteinander harmonisieren. Ein wirkliches Traumpaar, die für ihre Liebe kämpfen. Ich kann euch das Buch deshalb sehr empfehlen und schon mal einen Vorausblick auf die Fortsetzung geben: Sowohl Teil 2 als auch 3 Teil sind sehr spannend und haben Gott sei Dank nicht mehr viel mit Twilight gemeinsam.

Advertisements

Rezension „Hex Hall – Wilder Zauber“ von Rachel Hawkins

Seit einem halben Jahr beschäftige ich mich nun mit den Büchern von George R.R. Martin und ich habe mittlerweile festgestellt, dass es immer anstrengender wird, den zahlreichen Charakteren zu folgen und gänzlich in der Geschichte zu versinken. Somit habe ich mich zwischen den Feiertagen für etwas leichtere Lektüre entschieden und bin auf die Hex-Hall Bücher von Rachel Hawkins gestoßen – ein Glücksgriff!

51vcG-9QJXL._SY344_BO1,204,203,200_

Inhalt:

Sophie Mercer ist eine Hexe. Doch die Sache mit der Magie klappt noch nicht so richtig. Als sie einer Mitschülerin helfen will, endet dies mit derart katastrophalen Folgen, dass ihre Mutter sie an die Hecate Hall schickt, ein Internat für junge Hexen, Gestaltwandler und Feen. Dort teilt sich Sophie ein Zimmer mit der einzigen Vampirin der Schule. Bald nach ihrer Ankunft versucht ein Trio dunkler Hexen, sie für ihren Zirkel zu gewinnen. Und Sophie verliebt sich Hals über Kopf in den traumhaft gut aussehenden Hexer Archer — den Herzensbrecher von Hecate Hall. Da werden auf dem Campus einige Hexen angegriffen, und der Verdacht fällt auf Sophies Zimmergenossin.

Meinung:

Zunächst einmal muss man sagen, dass man hier nichts außergewöhnliches erwarten sollte. Vieles von dem Inhalt findet sich auch in zahlreichen anderen Büchern wieder, selbst in meinen eigenen, aber ich denke wer wirklich einen Fantasy-Roman sucht, der sich von allen anderen abhebt und etwas noch nie dagewesenes beschreibt, der wird lange suchen müssen, wenn nicht sogar vergeblich. Zu dem Buch lässt sich sagen: es ist ein toller Roman, auch wenn das Thema etwas abgedroschen ist. Eine besondere Hexe an einer Schule für Gestalternwandlern, Vampiren und Elfen – wer kennt es nicht?

Trotz allem hat mich die Geschichte schon nach den ersten Seiten gefesselt und bis zum Schluss nicht wieder losgelassen. Die Bücher sind durchgehend spannend und es gibt auch den ein oder anderen Überraschungsmoment sowie Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hätte.

Die Autorin hat ein Händchen dafür, Dinge und Charaktere bildlich zu beschreiben, und verwendet dabei die ausgefallensten Vergleiche. Die Figuren sind authentisch und haben wie auch am richtigen Leben Stärken und Schwächen sowie individuelle Charakterzüge, die teils auch mit ihren Vorgeschichten zusammenhängen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Sophie erzählt, die ihr Leben lang wohlbehütet, wenn auch an zahlreichen verschiedenen Orten aufgewachsen ist. Umso größer ist der Schock für sie, dass sie von nun an unter Ihresgleichen, den Prodigien, leben soll und sie reagiert darauf mit ihrer typischen Art, denn die kleine Hexe spricht Sarkasmus. Und das fließend. Ihr vorlautes Mundwerk verleiht dem Buch einen ganz eigenen Witz und ich habe mich bei so manchen ihrer Kommentare fast totgelacht, egal ob sie gedanklich waren oder sie es laut ausgesprochen hat:

„Wir könnten zum Lough Bealach gehen.“

„Ist das ein Ort, oder hast du nur geröchelt?“

Auch Archer glänzt mit einem trockenen Humor und so ist es kaum verwunderlich, dass die beiden sich glänzend verstehen, selbst in brenzligen Situationen. Selbst Jenna, Sophies Zimmergenossin, und Elodie, die versucht ihr das Leben schwer zu machen, sparen nicht mit witzigen Kommentaren und treiben die Lehrer so manches Mal fast in den Wahnsinn.
Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Rachel Hawkins eine wahnsinnig spannende und humorvolle Bücherreihe geschaffen hat, die vielleicht nicht viel neues zu bieten hat, mir aber dafür sehr viele schöne Lesestunden bescherte. Ich kann sie wärmstens an alle Harry Potter und House-of-Night Fans weiterempfehlen.