Rezension „Die Bestimmung“ von Veronica Roth

Nach einer etwas längeren Blog-Pause melde ich mich nun wieder mit einer weiteren Rezension zurück. Ich habe mir in den letzten Wochen die Trilogie von Veronica Roth vorgenommen und möchte daher etwas zu Band 1, „Die Bestimmung“, kundgeben.

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Inhalt:

Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Und Ferox – die Furchtlosen … Fünf Fraktionen, fünf verschiedene Lebensformen sind es, zwischen denen Beatrice wählen muss. Ihre Entscheidung wird ihr gesamtes künftiges Leben bestimmen, denn die Fraktion, der sie sich anschließt, gilt fortan als ihre Familie. Doch der Test, der über Beatrices innere Bestimmung Auskunft geben soll, zeigt kein eindeutiges Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Die aber gelten in ihrer Welt als hoch gefährlich …

Meinung:

Das Buch hat etwas länger auf meinem SUB gelegen, da mir die Inhaltsangabe nicht sonderlich zugesagt hat. Aufgrund der guten Bewertungen habe ich mich dann doch entschlossen es zu lesen, und habe es nicht bereut. Der lockere und leichte Schreibstil der Autorin macht es leicht, in der Geschichte zu versinken. Man lernt gleich zu Anfang etwas über die Eigenschaften der fünf verschiedenen Fraktionen und wird sofort in das Geschehen hineingeworfen. Tris steht vor der Entscheidung, welche der fünf Fraktionen sie wählen soll – eine Entscheidung, die ihr ganzes Leben beeinflussen wird.
Die Idee der Geschichte finde ich jetzt im Nachhinein sehr gut. Es war sehr interessant, zu verfolgen, wie die Protagonistin ihre eigenen Entscheidungen trifft, sich den schweren Prüfungen stellt und ihr neues Leben meistert. Auch die Beschreibung der Stadt, inklusive der Hauptquartiere und verlassenen Orte, ergibt Sinn und ist vom Aufbau her stimmig. Die Charaktere sind geprägt von der Erziehung und den Werten, die sie in ihrer Fraktion mit auf den Weg bekommen haben. Daher sind ihrer Reaktionen zeitweise sehr unrealistisch und doch auch wieder verständlich. Man lernt jede einzelne Person kennen und mehr oder weniger lieben.
Die Beziehung, die sich zwischen Tris und Four entwickelt, war zeitweise sehr anstrengend und nervig. Trotzdem passen die beiden perfekt zusammen und man wünscht sich natürlich, dass sich die Liebesgeschichte weiter entwickelt. Als am Ende des Buches das ganze System zusammenzubrechen droht, mischt sich noch einmal eine gute Portion Spannung hinein, obwohl ich sagen muss, dass ich die erste Hälfte wesentlich interessanter fand.

Im Großen und Ganzen konnte ich es trotzdem nicht aus der Hand legen und kann es euch eigentlich empfehlen. Man hat nicht das Gefühl, dass die Autorin von anderen Büchern abgekupfert hat, die Geschichte ist einzigartig und interessant. Sie hat genau die richtige Mischung aus Drama, Spannung und Liebe gefunden, bei der das Lesen wirklich Spaß macht.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich den zweiten Teil noch gut, aber bei weitem nicht mehr so gut wie den ersten Teil fand. Mit Teil 3 plage ich mich noch herum, hier wechselt die Erzählweise zwischen Tris und Four, wobei beide aus der Ich-Perspektive erzählen, was zeitweise sehr irritierend war. Ständig musste ich mich daran erinnern, über wen ich gerade lese. Auch zieht sich hier die Geschichte sehr in die Länge und verliert an Spannung, weshalb ich das Buch erst einmal zur Seite gelegt habe. Da ich aber natürlich wissen möchte, wie am Ende alles ausgeht, werde ich es definitiv zu Ende lesen.