Rezension „Bartimäus – Das Amulett von Samarkand“ von Jonathan Stroud

Nach etwas längerer Zeit (ich bitte um Verzeihung, der Sommer lädt auch mich eher zum baden, denn zum lesen ein), habe ich wieder eine Rezension für euch.

Inhalt

Bartimäus – spitzzüngig, liebenswert und hinreißend komisch! Dass Dämonen überaus heimtückische Wesen sind, weiß der Zauberlehrling Nathanael, als er den 5000 Jahre alten Dschinn Bartimäus beschwört. Aber Nathanael braucht einen mächtigen Gehilfen, will er seine gefährliche Mission erfüllen …

cover_band1Meinung

Auch hier hatte ich wieder einen absoluten Glücksgriff. Die Trilogie von Jonathan Stroud ist in meinen Augen absolut lesenswert! Der Autor hat einen wunderbar lockeren Erzählstil, der es leicht macht, in die Welt der Zauberer von London einzutauchen. Wer jetzt sofort an Harry Potter denkt, liegt damit völlig verkehrt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht des Dämon Bartimäus und seinem Beschwörer Nathanael erzählt, später gesellen sich auch andere Charaktere dazu. Das Buch ist vor allen Dingen humorvoll!

Angefangen bei Bartimäus, dem 5000 Jahre altem Dschinn, der einerseits, wie alle Dämonen, grausam und gewissenlos scheint. Sein Hauptziel liegt darin, die Befehle seines „Meisters“ so schnell wie möglich auszuführen, um möglichst bald wieder zurück in die Welt der Dämonen geschickt zu werden – wobei er natürlich nichts unversucht lässt, seinen Beschwörer übers Ohr zu hauen. Angefangen bei der Zweideutigkeit der Formulierungen des Zauberers bis hin zu dem Vorhaben, dessen Geburtsnamen herauszufinden (damit erlangen Dämonen ihren freien Willen wenigstens zum Teil zurück), entstehen durch Bartimäus Verhalten so einige lustige Momente und Auseinandersetzungen mit Nathanael. Natürlich will er sich liebend gerne an seinem Beschwörer rächen, was sich als nicht ganz so einfach herausstellt, denn Nathanael ist trotz seiner 12 Jahre und noch nicht abgeschlossenen Ausbildung ein kluges Köpfchen. Die beiden werden in Sache verwickelt, der sie augenscheinlich nicht gewachsen sind – und plötzlich erkennt man so etwas wie eine gute Seite an dem Dämon. Herausragend sind natürlich auch die Fußnoten, wenn aus der Sicht des Dschinn erzählt wird. Diese beinhalten zum einen sehr witzige Kommentare und zum anderen auch Rückblicke in vergangene Zeiten und Erinnerungen an längst vergessene Beschwörer und Zauberer.

Nathanael dagegen kann bei weitem nicht auf so viel Erfahrung zurückgreifen. Er ist, wie schon erwähnt, sehr clever für sein Alter und stellt sich mutig der Herausforderung, einen höheren Dschinn wie Bartimäus zu beschwören. Besonders die Dialoge zwischen den beiden sind witzig und provokativ. Allerdings konnte ich mich mit Nathanael nicht ganz so anfreunden, wie mit Bartimäus. Er ist an einigen Stellen sehr naiv und handelt auch entsprechend unvorsichtig. Ebenso wirkt er auf der einen Seite jung und ehrlich, auf der anderen Seite aber auch arrogant, etwas übertrieben zielstrebig und überheblich.

Dennoch bilden die beiden, trotz ihrer Gegensätze, ein Gespann, das einen nicht selten zum Schmunzeln bringt. Ich euch definitiv eine klare Leseempfehlung geben!