Rezension „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss

9783608938159Inhalt
„Vielleicht habt ihr von mir gehört“… von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seiner Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot – „sie haben einfach die falschen Lieder gesungen“.
Wer aber sind diese Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. Er lebt als Straßenjunge in der Hafenstadt Tarbean, bis er auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der sagenumwobenen Dämonen aufzudecken. Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen … und ein schüchterner Liebhaber.

Meinung

Nachdem ich das Buch gerade zur Seite gelegt habe, bin ich etwas sprachlos. Aus dem einfachen Grund, weil mich diese Geschichte so berührt und mitgerissen hat, dass die Worte des Autors immer noch nachhallen und keine, absolut keine Beschreibung dem gerecht wird, was Patrick Rothfuss uns hier bietet – denn in meinen Augen ist es ein literarisches Meisterwerk.
Das liegt nicht nur an der zugegeben sehr spannenden Story, sondern an dem Schreibstil des Autors. Er schafft es, Dinge, Orte und Menschen nicht mit plumpen Beschreibungen zu versehen, sondern den Erzählungen Leben einzuhauchen. Schon nach wenigen Minuten war ich in das Buch vertieft und fand mich vollkommen in der von Rothfuss geschaffenen Welt wieder. Bis heute wusste ich nicht, dass es drei verschiedene Arten von Stille geben kann oder dass man Musik so beschreiben kann, dass man förmlich jeden Takt im Blut spürt. Man sieht die Welt, durch die Kvothe sich schlägt, nicht nur durch seine Augen – man fühlt sie auch.

Die Geschichte um das Leben des Magier Kvothe ist mit Höhen und Tiefen versehen. Als kleiner Junge muss er erfahren, was es heißt, seine Familie zu verlieren, Hunger zu haben und sich mittellos durch das Leben zu schlagen. Dabei kommen ihm sein Scharfsinn und seine überdurchschnittliche Intelligenz zugute. Zusammen mit seinem unerschütterlichen Überlebensinstinkt und seiner Zielstrebigkeit baut er sich, vor allem an der Universität, nach und nach den Ruf eines Helden auf. In dieser Geschichte durchlebt man sämtliche Emotionen. Man fiebert mit Kvothe, man bangt um ihn, man leidet mit ihm, man lacht mit ihm, man spürt seine Sehnsucht, seinen unzerbrechlichen Willen – kurzum, es ist ein Buch, das alles zu bieten hat.
Von der Länge (gebundene Ausgabe 863 Seiten laut Amazon) solltet ihr euch nicht abschrecken lassen, nach dem ein klein wenig langatmigen Anfang werdet ihr, wenn es euch wie mir geht, jede einzelne Seite genießen und mit Schrecken sehen, wie schnell die letzte Seite näher rückt. Gut, dass es Fortsetzungen gibt :-)

Advertisements