Rezension „Silber-Trilogie“ von Kerstin Gier

Ich habe die letzten freien Tage damit zugebracht, die Silber-Reihe von Kerstin Gier zu lesen und freue mich über den tollen Abschluss des Jahres. Mir hat die Rubinenrot-Reihe schon sehr gut gefallen, allerdings hat mir der Film die Geschichte etwas madig gemacht – weshalb mir die Silber-Reihe auch fast schon besser gefällt. Es war wieder ein tolles, wenn auch leider kurzweiliges Lesevergnügen.

Inhalt

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen…
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Meinung

Schon am Anfang, als über Livs und Mias Leben berichtet wird, habe ich mich von dem Buch kaum lösen können, denn die beiden sind absolut authentisch. Der Charakter Liv (Olivia), um den sich das Buch hauptsächlich dreht, ist absolut gelungen. Sie ist schlagfertig, sympatisch und reagiert so, wie man es von einem Mädchen in diesem Alter erwartet.

Liv und Mia führen durch den doch sehr unbeständigen Lebenswandel ihrer Mutter ein recht chaotisches Leben und haben bereits auf nahezu jedem Kontinent gelebt. Umso schöner ist es, dass ihre Mutter in London endlich Wurzeln schlägt und den beiden Kindern eine Familie und ein richtiges zu Hause bieten will, auch wenn die zwei Mädchen anfangs nicht so begeistert sind. Nach und nach lernen sie die neue Familie und neue Freunde kennen, wobei die verschiedenen Charaktere dem Buch das gewisse Etwas verleihen.

So machen es das Bocker (Biest in Ocker) alias Stiefgroßmutter, Florence die Stiefschwester und Emily, die Freundin des Stiefbruders Grayson, den Mädchen nicht gerade leicht und verleiten sie zu unüberlegten Handlungen, die nicht gänzlich ohne Folgen bleiben. Dennoch gibt es auch Personen, die man gleich von Anfang an ins Herz schließt, wie das Kindermädchen Lotti, die kulinarische Köstlichkeiten zum trösten bäckt, oder auch Grayson, der sich vom arroganten gelangweilten Jungen zum fürsorglichen Stiefbruder entwickelt. Selbst Persephone, die sich aufgrund von Livs familiären Beziehung zu Grayson und seiner Clique zu Livs bester Freundin macht (ja, sie hat es mal eben selbst so festgelegt), kann man mit der Zeit etwas abgewinnen.

Obwohl sich Liv immer dagegen gewehrt hat, sich zu verlieben, wird sie bei Graysons Freund Henry schwach und sieht sich den typischen Problemen eines Teenagers gegenüber. Wenn da doch nur nicht die anderen Sorgen wären, mit denen sie sich herumplagen muss. Wieso musste sie auch so neugierig sein und Grayson in die verwirrende Traumwelt folgen? Hier scheinen die Regeln der Realität nicht zu gelten und Liv muss sich gegen besessene Mitschüler zur Wehr setzen, die mal eben einen Dämon beschworen haben und ihre Mitmenschen durch Träume beeinflussen. Plötzlich findet sie sich mitten im Geschehen wieder und sieht sich Problemen gegenüber, die scheinbar unlösbar sind.

Kerstin Gier hat wieder eine fantasievolle und spannende Trilogie veröffentlicht, die ich euch nur empfehlen kann. Sie schafft es wie immer, witzig und erfrischend zu schreiben, die Trilogie steckt voller unterhaltsamer Momente und die Geschichte hat mich des Öfteren zum Lachen gebracht. Weiterhin hat die Autorin ein Talent dafür, sich in Mädchen im Teenageralter hinein zu versetzen und die für dieses Alter typischen Probleme anzusprechen, wie die erste Liebe und die damit verbundene Unsicherheit, die Probleme mit Eltern und in diesem Fall auch Trennung und Patchwork-Familie, sowie das Einfinden in einer neuen Schule und das Schließen von Freundschaften. Erwachsenwerden ist eben nicht immer einfach!
Sehr angenehm fand ich, dass sie mit dem Traumkorridor eine gewisse Ordnung in das Wirrwarr der Träume gebracht hat, so dass man nicht das Gefühl hatte, den Faden zu verlieren und immer genau wusste, in welchem Traum man sich gerade wiederfindet.
Es gibt also durchweg Positives über die Silber-Trilogie zu berichten. Eine einzige, kleine Sache hat mich etwas genervt, nämlich dass in circa jedem Kapitel erwähnt wird, dass Liv Kung-Fu kann – was mir persönlich dann immer mal das ein oder andere Stirnrunzeln entlockt hat. Trotzdem ist diese Reihe für Fantasy-Fans ein Muss!

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Ruby
    Aug 08, 2016 @ 17:50:46

    Huhu,

    die Rubin-Reihe habe ich auch geliebt. Bei Silber habe ich tatsächlich nur den ersten Band gelesen und irgendwie hatte ich nicht das Bedürfnis es weiterzulesen. Eigentlich schade, denn die Idee war interessant aber trotz allem werde ich wohl nicht weiterlesen. ^^

    Aber schön, dass dir die Geschichte so gut gefallen hat. J

    Liebe Grüße,

    Ruby

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