Rezension „Erebos“ von Ursula Poznanski

Nachdem ich viele Jahre lang besonders gerne ewig lange und am besten nie endende Fantasy-Reihen gelesen habe, hatte ich plötzlich genug davon. Ich habe einige (teilweise sehr gut geschriebene Bücher) abgebrochen, weil ich einfach nicht reingekommen bin und mal etwas Neues gebraucht habe. Dabei bin ich auf Erebos gestoßen.

71fRXpem1lLInhalt

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und – wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise. Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!

Meinung

 

Zugegeben, ein bisschen Fantasy ist trotzdem enthalten, wenn auch auf eine etwas andere Art. Normalerweise bin ich kein Fan von Computerspielen, jedenfalls konnte ich mich noch nicht so richtig dafür begeistern. Nachdem mir Amazon jedoch das Buch vorgeschlagen hat und mir die Beschreibung und auch die Rezensionen zugesagt haben, dachte ich, einen Versuch ist es wert. Und es hat sich definitiv gelohnt.

Mal abgesehen davon, dass das Buch auch einen pädagogischen Hintergrund hat, war es sehr unterhaltsam, in die Welt der Computerspiele einzutauchen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man sich in diesem Gebiet auskennt. Die Geschichte an sich ist nicht weit hergeholt und auf beängstigende Weise nachvollziehbar.

Zunächst Beginn des damit, dass Nick in seine Schule ein seltsames Verhalten bei seinen Mitschülern und Freunden bemerkt. Keiner scheint darüber reden zu wollen, was sie plötzlich so beschäftigt, sie vom Training und Hausaufgaben machen abhält und nachts nicht schlafen lässt. Nick wird immer neugieriger und versucht natürlich, das Geheimnis zu lösen. Schon nach wenigen Seiten will man unbedingt erfahren, was es mit diesem seltsamen Computerspiel auf sich hat. Doch erst, als das Spiel tatsächlich beginnt, wird es richtig spannend. Schritt für Schritt verfolgt man Nick dabei, wie er in die Welt von Erebos eintaucht, und kann von Anfang an nachvollziehen, wieso er sich nicht von dem Spiel losreißen kann. Im Laufe des Buches wird die Geschichte immer vertrackter, spannender und auch gefährlicher. Erebos gehört auf jeden Fall zu den Büchern, von denen man sich nicht losreißen kann. Das Jugendbuch ist ein Thriller, der jedoch einige Fantasy-Elemente enthält. Der Autorin kann man nur das allergrößte Lob zusprechen, ihr Schreibstil ist locker und leicht zu lesen, wobei sie schon nach kurzer Zeit eine interessante und spannende Welt erschafft. Schon nach wenigen Seiten ist man vollkommen in das Buch eingetaucht.

Aufregend war vor allem auch, dass kaum etwas, was in der Geschichte passiert, vorhersehbar ist. Immer wieder gibt es Überraschungen und Wendungen, was scheinbar eine Spezialität der Autorin ist. Nach Erebos habe ich gleich noch ein weiteres Buch von ihr gelesen, was nicht weniger gut war, aber dazu komme ich an einem anderen Tag. Nach Erebos kann ich sagen, dass Ursula Poznanski zu den absolut lesenswerten Autoren gehört, zu deren Büchern ich sicher noch weitere Male greifen werde. Es ist besonders schwer, Bücher zu finden, deren Grundgedanke nicht schon von anderen Autoren aufgegriffen wurde. Erebos war (für mich) etwas vollkommen Neues. Die Geschichte war an keiner Stelle zu langatmig oder langweilig, was mir viele schlaflose Nächte beschert hat. Nachdem ich das gelesen habe, hätte ich beinahe selbst Lust bekommen, in die Welt der Computerspiele einzutauchen. Gottseidank war mir das Buch Warnung genug ;-)