Rezension Night School 1-5 von C.J. Daugherty

Ich habe vor kurzem die ganze Reihe der Night School Bücher von C.J. Daugherty gelesen und war sehr begeistert davon:

Night School

Inhalt

Das spurlose Verschwinden ihres Bruders hat Allie aus dem Gleichgewicht gebracht. Sie rebelliert und wird von ihren Eltern auf das Internat Cimmeria geschickt, wo nicht einmal Handys erlaubt sind. Schon bald findet sie Zugang zu einer Clique und wird von zwei Jungen umworben. Gleichzeitig häufen sich eigenartige Vorfälle auf Cimmeria, und als ein Mord geschieht, gerät Allie unter Verdacht. Auf der Suche nach dem wahren Mörder stößt sie auf eine mysteriöse Verbindung ihrer Mutter zur Schule und gerät selbst in Lebensgefahr. Wem kann sie jetzt noch trauen?

 

Um es vorweg zu nehmen: Ja, es ist mal WIEDER ein Buch über ein Internat, über ein Mädchen, dass dort ein vollkommen neues Leben beginnt etc.. Na und? Die Menschen lesen so etwas eben gern! Kaum ein Autor kann heutzutage noch das Rad neu erfinden und es wäre für diese Geschichte einfach nicht passend, wenn die Protagonistin von ihren Eltern gezwungen wird, in einer Höhle am Stadtrand oder den Katakomben unter einer Kirche zu leben (obwohl sicher auch schon Autoren über so etwas geschrieben haben). Das Argument „ist ein Abklatsch von dem und dem Buch“ finde ich mittlerweile aus der Luft gegriffen und unpassend, da ich mich selbst auch immer wieder damit auseinandersetzen muss. Wer so argumentiert, soll doch bitte spaßeshalber mal ein Thema nennen, über welches noch absolut niemand geschrieben hat – er wird nur vermutlich keines finden und wenn doch, dann kann er ja mal versuchen, ein Buch darüber zu schreiben. Aber Vorsicht, es sollte keine Liebesbeziehung in dem Buch vorkommen, diese könnte ja klischeehaft sein… Ihr versteht, was ich damit sagen will, oder? Besonders jene, die selbst die Night School Bücher, in denen nicht einmal Magie vorkommt, mit Harry Potter und ähnlichem vergleichen, einfach nur weil es um ein Internat geht, sollten vielleicht das Rezensieren von Büchern sein lassen. Was ich damit sagen will ist, dass kein/e Autor/in eine 1-Sterne-Rezension verdient hat, wenn die Geschichte nicht komplett abgekupfert oder eine grammatikalische Katastrophe ist. Lasst euch also bitte nicht von den wenigen schlechten Rezis blenden.

 

Aber um auf die Geschichte selbst zurück zu kommen: Die Night School Bücher von C.J. Daugherty  sind trotz der fehlenden magischen Elemente sehr mysteriös und geheimnisvoll, was in meinen Augen schon eine Kunst für sich ist. Teilweise habe ich wirklich darauf gewartet, dass jeden Moment etwas Übernatürliches passiert – einfach weil die Stimmung passend und die nötige Spannung vorhanden war.

Allie ist zunächst entsetzt, dass sie von ihren Eltern auf ein Internat geschickt wird, das sich angeblich schwer erziehbaren Teenagern annimmt. Sie fühlt sich anfangs vollkommen fehl am Platz, findet jedoch schnell Anschluss in den Reihen der anderen Schüler und gewinnt einige Freunde für sich. Schon relativ zeitnah gilt es, einigen Geheimnissen auf den Grund zu gehen, denn die Schule ist mehr, als es Allie anfangs weisgemacht wird, wobei mit jeder Seite mehr und mehr Spannung aufgebaut wird. Sie versucht zudem herauszufinden, was es mit der Night School auf sich hat, einer geheimnisvollen Organisation, der nur wenige Schüler angehören dürfen. Sie findet in Jo eine gute Freundin und wird sogleich von dem Mädchenschwarm Silvain angeschmachtet. Dagegen scheint sie der düstere Carter absichtlich immer wieder in den Wahnsinn zu treiben.

Die Autorin hat einen flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil, der passend zum Alter der Protagonisten ist. Man kann sich sehr gut in Allies Gefühlswelt reinversetzen und auch ihre Verwirrung nachvollziehen, die typisch für ein Mädchen ihres Alters ist, das mit der Aufmerksamkeit von zwei Jungs konfrontiert wird. Allie ist taff und sympathisch, es macht Spaß, die Welt durch ihre Augen zu sehen und den Geheimnissen von Cimmeria auf den Grund zu gehen. Auch die anderen Charaktere sind authentisch und überraschen immer wieder auf die ein oder andere Weise.

Von mir gibt es zusätzlich einen dicken Pluspunkt für die Unvorhersehbarkeit der Geschichte. Jeder auf der Akademie könnte der Verräter sein und ich selbst habe erst ziemlich spät eine Ahnung davon bekommen, wer es tatsächlich ist. Auch der Hintergrund der Existenz von Cimmeria ist sehr gut ausgearbeitet und es war wahnsinnig spannend zu lesen, wie Allie herausfindet, dass sie weitaus mehr mit der Schule in Verbindung steht, als sie anfangs gedacht hätte. Eine klare Lese-Empfehlung.