Rezension „Saeculum“ von Ursula Poznanski

Wie schon in der letzten Rezension erwähnt, habe ich noch ein weiteres Buch von Ursula Poznanski gelesen, wobei ich tatsächlich sagen muss, dass mir Saeculum noch besser gefallen hat, als Erebos.

7028_JUB_U.Poznanski.inddInhalt

Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter – ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra. Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein. Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Meinung

Der Jugendthriller war von Anfang bis Ende spannend, wobei es natürlich auch Stellen gab, an denen es ruhiger zuging. Ursula Poznanski versteht es, die Leser zu fesseln. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und ich habe erst kurz vor Schluss eine nur vage Ahnung davon bekommen, wer oder was hinter den Geschehnissen steckt. Viele Bücher sind ja vorhersehbar, doch hier kamen so viele kuriose Ereignisse und Zusammenhänge vor, dass man bis zum Ende unbedingt erfahren will, was des Rätsels Lösung ist.

Dazu kommt, dass die Autorin einen klasse Schreibstil hat. An den spannenden Stellen geschehen die Ereignisse Schlag auf Schlag, man wird nicht durch unangebrachte Beschreibungen abgelenkt, die die Spannung mindern. Andersherum schafft sie es, in „ruhigen“ Momenten, die Charaktere und Umgebung so bildlich zu beschreiben, dass man beinahe denkt, selbst zu der Gruppe in der Wildnis zu gehören. Man fiebert in jedem Augenblick mit und spürt die geheimnisvolle und teilweise auch beängstigende Stimmung im Wald förmlich am eigenen Leib. Generell ist die Ausarbeitung der Charaktere in diesem Buch sehr gut gelungen, was ich bei „Erebos“ leider nicht ganz so gut fand. Man kann sich mit Bastian identifizieren, aber auch die Handlungen von Iris und teilweise auch Paul nachvollziehen.

Ich möchte euch zum Inhalt gar nicht so viel verraten, um nicht eure eigenen Vermutungen zur Lösung des Rätsels zunichte zu machen. Saeculum ist bisher das beste Buch, was ich 2016 gelesen habe, und ich denke es wird auch noch eine Weile ungeschlagen bleiben. Ich habe selten Geschichten, bei denen ich so mitfiebere, wie bei diesem Buch. Daher ein ganz klarer Daumen nach oben und eine klare Empfehlung an euch :-)

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